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Wie viele Scottish Fold Katzen zeigen Anzeichen von OCD? Macht es einen Unterschied, wie sie gezüchtet wurden? Das Ergebnis einer Facebook Umfrage hat mich sehr überrascht.

Im November 2019 habe ich eine Facebook-Umfrage in drei verschiedenen Gruppen durchgeführt, bei denen ich Mitglied bin. Ich wollte herausfinden: Wie viele Scottish Fold Katzen haben OCD? Macht es einen Unterschied, ob sie vom Züchter oder Vermehrer kommen?

Zu den Gruppen mit der Umfrage

Ich habe die Umfrage in diesen Gruppen durchgeführt:

Gruppe 1: I Love my Scottish Fold Cat!!: eine internationale englischsprachige Gruppe mit ca. 4.300 Mitgliedern facebook.com/groups/
ilovemyscottishfoldcat
–> Antworten für 262 Faltohrkatzen

Gruppe 2: Scottish Fold & andere Samtpfötchen facebook.com/groups/
1380788582012154: Eine deutschsprachige Gruppe mit 460 Mitgliedern, die einen Schwerpunkt auf Aufklärung setzt
–>  Antworten für 83 Faltohrkatzen

Gruppe 3: BKH – BLH Britisch Kurzhaar und Britisch Langhaar Katzen – Bärchen: Eine weitere deutschsprachige Aufklärungsgruppe für Britisch Kurzhaar / Langhaarkatzen mit ca. 5.900 Mitgliedern, aber nur einem kleinen Bruchteil von Scottish Folds, so dass ich nur wenige gültige Antworten von dieser Gruppe erhalten habe.
–>  Nur 4 gültige Antworten für Faltohrkatzen konnten hier gesammelt werden.

Was genau habe ich gefragt

Es wurde nach zwei bestimmten Infos gefragt:

  1. Wie viele Folds die Mitglieder der Gruppen haben bzw. in den letzten 10 Jahren hatten, die Anzeichen Osteochondro-dysplasie oder „OCD“ zeigten und wie viele, die keine Anzeichen zeigten.

    OCD ist die genetisch bedingte Erkrankung, die für die gefalteten Ohren zuständig ist und die sich leider auch an anderen Stellen wie am Schwanz oder an den Gelenken bemerkbar machen und zu einer schmerzhaften Arthritis führen kann. Die möglichen Anzeichen hierfür sind verschieden: bspw. eine verkürzte, steife Rute oder die Katze humpelt oder springen meidet.

  2.   Ob diese Folds einen Stammbaum haben oder nicht. 

Das Ergebnis der Umfrage

Hier sind die Gesamtergebnisse:

Ergebnis der Umfrage als Grafik
Ergebnis der Umfrage als Tabelle, mit Prozentantteilen

Während ich erwartet hatte, dass vielleicht 1 von 100 Scottish Folds mit einem Stammbaum Anzeichen von OCD aufwiesen, und vielleicht 1 von 10 ohne Papiere, waren die Ergebnisse dieser sehr informellen und unwissenschaftlichen Umfrage viel, viel höher. Ich war ziemlich schockiert sogar, wie viele Menschen in der englischsprachigen Gruppe von Symptomen berichtet haben, wo ich den Eindruck bekommen hatte, dass alle außer ein paar Katzen gesund waren, da wir normalerweise nur niedliche Fotos unserer Katzen posten und eher selten über ihre Gesundheit reden.

Warum das Ergebnis wahrscheinlich zu hoch ausgefallen ist

Allerdings sollte das Ergebnis der Umfrage mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden – eher mit sehr viel Vorsicht, sogar. Hier sind einige der Gründe, warum die Ergebnisse höher könnten ausgefallen sein als in der Realität:

  • Ich habe den Teilnehmern angewiesen, sie dürften die Option „keine Anzeichen von OCD“ erst wählen für Faltohrkatzen, die mindestens 18 Monate alt sind. Das liegt daran, dass Symptome eventuell erst auftreten könnten, wenn die Katze ausgewachsen sei. Aber viele Katzen zeigen Anzeichen vor dem Alter 18 Monaten und diese durften in der Umfrage gezählt werden, was die Ergebnisse in Richtung mehr Katzen mit OCD verzerrte.
  • Es ist sehr wahrscheinlich, dass mehr Katzenbesitzer mit kranken Tieren auf das Thema schon sensibilisiert sind und deshalb an einer Umfrage zu Gesundheitsproblemen teilnehmen als Menschen mit gesunden Katzen. In der deutschsprachigen Gruppe 2 suchten viele Mitglieder eine Facebook-Gruppe für Scottish Folds erst auf, nachdem sie bemerkt hatten, dass ihre Katzen rassentypische Probleme haben.

    Wenn die Umfrage wissenschaftlicher gestaltet wäre, hätte ich versucht, die Scottish Fold-Besitzer nach dem Zufallsprinzip auszuwählen, egal ob diese in einer Facebook-Gruppe sind oder nicht, und diese Menschen dann gebeten, sich an der Umfrage teilzunehmen. Das Problem ist, dass ich gar nicht wissen würde, wo ich sonst Besitzer von Scottish Folds suchen könnte, wenn nicht in einer Online-Gruppe, die auf diese bestimmte Rasse ausgerichtet ist. Das zeigt das Ergebnis aus Gruppe 3, der zweiten deutschsprachigen Gruppe, die hauptsächlich für Britische Kurz-/Langhaar-Katzen ausgerichtet ist. Obwohl ich weiß, dass mindestens 30 Fold-Besitzer in der Gruppe sind, haben nur 8 Personen überhaupt teilgenommen, und die meisten dieser Antworten konnten nicht gezählt werden, da in anderen Beiträgen nachgewiesen werden konnte, dass ihre Katzen zu jung waren, um die Antwort „keine Anzeichen von OCD“ gelten zu lassen.

    Also selbst wenn ich hätte den Fragebogen per Post an Tausende und Abertausende von zufälligen Haushalte auf der ganzen Welt zusenden können, hätte ich eine Reihe von Dingen hoffen müssen: dass einige von ihnen Katzen haben und dass einige von ihnen – wahrscheinlich weniger als einer in Eintausend eine Scottish Fold hätte. Dass sie den Brief öffnen, verstehen können, in der Sprache in der er geschrieben wurde, und dass sie sich die Zeit und Mühe nehmen würden, diese aufzufüllen und zurückzusenden. Abgesehen davon, dass dies sehr kostspielig und zeitaufwändig wäre, würde ich nicht mehr als auf eine Handvoll Antworten erhoffen können. Eine solche Facebook-Umfrage war für mich die einzige Möglichkeit, die auch realisierbar war.
  • Eigentlich wollte ich wissen, ob die Folds von seriösen Züchtern stammten, die ihre Zuchtkatzen auch auf OCD röntgen und die Katzen von ihrem Zuchtprogramm ausschließen, die sich auffällig zeigen. Denn für mich könnte dies ein entscheidender Faktor sein für die Begrenzung des Auftretens von OCD, aber es war zu schwierig in einer kurzen Frage zu verpacken. Zunächst hätte ich definieren müssen, wie genau ein Züchter als seriös einzustufen ist, worauf testen sie und wie oft. Und hat der Besitzer die Tests selbst wirklich verifiziert oder nur das Wort des Züchters hierfür genommen (vorausgesehen, ein durchschnittlicher Katzenbesitzer ein medizinisches Röntgenbild überhaupt deuten könnte). Am Ende hätte ich höchstens 2 oder 3 Leute gehabt, die alle Kriterien erfüllt hätten, und der Rest würde möglicherweise als von einem Vermehrer kategorisiert, so dass die Frage nicht mehr aussagekräftig wäre. Also fragte ich stattdessen nur, ob die Katze einen Stammbaum habe oder nicht. Alles anderes wäre für eine Facebook-Umfrage, die bereits 12 Antwortmöglichkeiten hatte und bei der es möglich war, so viele Antworte wie zutreffend auszuwählen, viel zu komplex gewesen. Besonders, wenn ich dann noch erklärt hätte, dass nur ein Stammbaum von einem namhaften Verein zählen sollte, da einige Vermehrer Dokumente über das Internet bestellen, die nicht mal das Papier, auf dem sie gedruckt wurden, wert sind. Also bedeutet es, dass einige der Katzen „mit Stammbaum,“ die Anzeichen von OCD zeigen, wirklich in der anderen Kategorie gehören würden, da sie von Züchtern kommen, die nicht verantwortungsbewusst gehandelt haben.
  • Die Menschen konnten antworten, dass ihre Katzen Anzeichen von OCD zeigten, auch wenn die Diagnose nicht von einem Tierarzt bestätigt wurde. Es ist natürlich möglich, dass einige Besitzer die Anzeichen falsch eingeschätzt haben und dass OCD nicht die Ursache war, aber diese Katzen wurden trotzdem nun als „mit Anzeichen von OCD“ gezählt, wodurch die Anzahl der Fälle noch höher wurde.

Warum das Ergebnis trotzdem aussagekräftig sein könnte

Andererseits habe ich nur nach OCD gefragt. Was für mich persönlich ziemlich seltsam war, da ich 2 Faltohrkatzen habe, die zwar keine Anzeichen von OCD zeigen, aber eine der beiden leidet an Hüftdysplasie und einer langen Liste von Gelenke-Problemen, die ebenfalls angeboren sind. Aber da Hüftdysplasie bei Scottish Folds zurzeit nicht auf OCD zurück zu führen ist, wäre es nicht fair gewesen, ihre Probleme in der Umfrage zu berücksichtigen. Es gibt jedoch andere erbliche Krankheiten, die leider für die Rasse doch typisch sind, z.B. PKD bei den Nieren oder HCM, eine schwere Herzerkrankung, wonach ich nicht gefragt habe. Das heißt also, dass viele Besitzer, die ihre Folds zu anderen genetisch vererbten Bedingungen verloren hatten, trotzdem antworten mussten, dass ihre Katzen „keine Anzeichen von OCD“ zeigten. Zu einem gewissen Grad ist es möglich, dass die Ergebnisse der Umfrage die Realität beschreiben, wenn man berücksichtigt, dass auch andere Erbkrankheiten vorkommen können und nicht nur Osteochondrodysplasie, kurz OCD, wonach gefragt wurde.

Wenn wir sie so betrachten, sind die Zahlen wirklich erschreckend: Zwei in fünf Faltohrkatzen (40%) ohne Stammbaum leiden an einer unheilbaren Erkrankung, die möglicherweise dazu führt, dass sie Schmerzen während ihres ganzen und evtl. verkürzten Leben haben. Und eine von drei bzw. zwei von sechs Katzen mit Stammbaum (34%). Diese Chancen sind schlechter als beim russischen Roulette! ☹

Was machen wir nun – verbieten wir die Rasse???

Es sind nicht wenig Menschen, die behaupten genau das muss geschehen. Und in dieser Richtung geht definitiv der Trend in Europa zurzeit, wo die Rasse in Österreich und in der Stadt Brüssel allein in diesem Jahr (2019) verboten wurde – und bald – ironischerweise – in Schottland auch, im Geburtsort der Scottish Fold-Katze. ☹ Der größte online Anbieter für kostenlose Kleinanzeigen in Deutschland hat seit April 2019 aufgehört, Anzeigen für Scottish Folds auf ihrer Plattform zu erlauben, mit dem Hinweis auf einer Qualzucht.

Es ist also ziemlich klar, dass wenn wir nicht wollen, dass die Rasse komplett verboten wird, muss etwas geschehen.

Ich werde in den kommenden Wochen und Monaten eine Reihe von Perspektiven und Alternativen präsentieren, sowie einige persönliche Empfehlungen, hier auf dieser Webseite, wie bspw. im Artikel Sollten Scottish Fold Katzen verboten werden?

Was kann ich tun?

Wenn du ein Fan dieser Rasse bist und Verbesserungen sehen möchtest, kannst du Folgendes tun:

Teile bitte Links zu dieser Website überall hin, wo du online aktiv bist, damit sie weiter oben bei Suchen erscheint und von mehr Menschen gefunden wird, die gerade nach Scottish Fold Kitten suchen.

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Weil ich davon überzeugt bin, dass wir gemeinsam etwas bewirken können. 🎗


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