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Diese recht neue Webseite gerät ins Visier der Autorin von Katzengenetik.com, Birgitta Kuhlmey. Hier eine kritische Auseinandersetzung.

Die Webseite scottish-fold-kittens.info wurde erst vor ca. 2 Wochen der Welt präsentiert und schon gibt es eine erste Kritik. Das ging zwar schneller als erwartet, aber völlig überrascht hierüber bin ich doch nicht.

Tierschutz ist ein emotional geladenes Thema

Da es um das Leben und Leiden von Tieren geht, ist es – zurecht – ein sehr emotionales Thema und manche Leute nehmen den Kampf buchstäblich auf. Obwohl ich erhoffe, eine gemäßigte Stimme in die Diskussion reinzubringen, kommt diese anscheinend bei manch anderen wie ein Aufruf zur Tierquälerei an.

Ich würde allerdings einen rationalen Dialog bevorzugen, wo Fakten und Schlussfolgerungen respektvoll ausgetauscht werden, in der Hoffnung auf praktikable Lösungen und, falls möglich, auf einen haltbaren Konsens zu finden.

Ich möchte sagen, ich finde es eigentlich immer toll, wenn Menschen sich für Tiere engagieren, und würde uns alle gerne auf derselben Seite sehen, obwohl es doch klar ist, dass „wenn man zwei Juristen hat, gibt es bekanntlich drei Meinungen.“

Manchmal muss man agree to disagree, also es dabei belassen, dass wir uneinig sind – wenn nicht über den Zweck, dann möglicherweise über die Mittel.

Ich habe keine Lust darauf, einen öffentlichen Streit zu führen – nicht weil ich nie sauer werde oder eine Heilige bin – sondern weil ich meine Energien, die ich in diese Webseite einstecke, für etwas Positives nutzen will. Ich will etwas aufbauen. Ich will Menschen erreichen. Ich freue mich regelrecht, wenn ihr mir eine Chance gebt und das lest, was ich euch sagen möchte. Ich weiß, ich kann nicht jedem überzeugen – und dass ich selbst öfters mal unvertretbare Ansichten viel zu lange gehabt habe, bevor ich bereit war, diese loszulassen, sei es aus Bequemlichkeit oder weil es mir nachteilig erschien, mich umzukrempeln.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob diese Katzenrasse gerettet werden kann, aber ich meine, es wurde noch nie richtig versucht. Und so lange, dass Scottish Folds gezüchtet werden dürfen, müssten Verbesserungen eingeführt werden, denn es sind zu viele dieser Katzen, die momentan leiden. Der letzte Halbsatz ist etwas, worüber Frau Kuhlmey und ich uns einig sind. Nur wie man an das Problem herangeht, nicht so ganz.

Lieber Fakten, Fakten, Fakten als Fake News

Im Zeitalter der Fake News bin ich sehr vorsichtig, was ich veröffentliche, denn ich will auf gar keinen Fall zu den ganzen Fehlinformationen etwas beisteuern. Und ich würde es mir wünschen, dass alle Autoren im Internet auch so vorsichtig wären, dass sie ihre Fakten dreimal checken würden, bevor sie etwas schreiben, was die öffentliche Meinung beeinflussen könnte und sollte.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle das „Update 10/01/2020 – In Bezug auf fehlende Statistik“ (Stand vom 14.01.2020) von Frau Birgitta Kuhlmey auf der Seite Katzengenetik.com genauer unter die Lupe nehmen. Hier werde ich analysieren, ob ihre Kritik tatsächlich zutrifft, ausgewogen und ehrlich geschrieben wurde und ernst zu nehmen ist. Ich werde mich – zumindest zu dem jetzigen Zeitpunkt – nur auf diese paar Zeilen einschränken, weil die Seiten über Scottish Folds sehr, sehr umfangreich sind. Denn es gibt auch andere Themen, die mir viel wichtiger sind – wie bspw. alle bekannten Behandlungen von OCD auf einer Seite zu sammeln, damit Leute schnell eine umfassende Hilfe finden, falls sie eine betroffene Fold zu Hause haben. Also falls du Unterstützung für eine erkrankte Faltohrkatze benötigst, kannst du gerne der Partnergruppe für diese Website anschließen: Scottish Fold Katzen Info Gruppe

Teil 1 des Updates: Das Ergebnis meiner Umfrage, mehr oder weniger

Das „Update 10/01/2020 – In Bezug auf fehlende Statistik“ von Frau Birgitta Kuhlmey auf der Seite Katzengenetik.com fängt so an:

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Hier wurde das Ergebnis der Umfrage zwar richtig wiedergegeben, allerdings wurden einige wichtige Erkenntnisse rausgelassen, nämlich dass ein Ziel der Umfrage war es, festzustellen, ob es einen Unterschied macht, wie die Faltohrkatzen gezüchtet wurden. Und das hat die Umfrage tatsächlich gezeigt: Anzeichen von OCD kommt häufiger bei Faltohrkatzen ohne Stammbaum vor (40%) als bei Faltohrkatzen mit Stammbaum (27%). Die kompletten Ergebnisse kannst du dir hier gerne ansehen, ohne dass etwas wegzulassen wird: Ergebnis der Umfrage.

Ich würde mir es wünschen, dass eine Webseite, die zu der öffentlichen Meinung etwas beisteuern will, ausgewogen bleibt. Ich persönlich möchte nicht, dass man mir evtl. relevante Informationen vorenthält, wenn diese seine These nicht unterstützt, vielleicht aus Angst, dass sie mich zu den ‚falschen‘ Schlussfolgerungen führen könnten. Dies finde ich ziemlich bevormundend, um mich vorsichtig auszudrücken. Und für mich heiligt der Zweck die hier benutzten Mittel nicht. Insbesondere, weil diese Seite sehr hoch bei Google-Suchen platziert ist und oft zitiert wird als ob die Seite eine seriöse wissenschaftliche Quelle wäre.

Aus großer Macht folgt große Verantwortung.

Quelle ansehen

Wenn man mit anderen Wissen teilen möchte, gibt es eine Verantwortung die Wahrheit zu sagen, die ganze Wahrheit. Es ändert sich nichts daran, wenn die Wahrheit nicht so zu sein scheint, wie man sie gerne hätte.

Als letztes zum Teil 1 des Updates möchte ich darauf hinweisen, dass die Statistik „34% der Faltohrkatzen“ falsch dargestellt wird: Frau Kuhlmey schreibt, dass zwei von fünf Faltohrkätzchen Krankheitsmerkmale entwickeln würden, was allerdings 40% wären. Richtig berechnet wären 34% zwei von sechs Faltohrkätzchen. Der Prozentsatz 40% kam zwar in den Ergebnissen ebenfalls vor, aber nur bei den Scottish Folds vom Vermehrer, eine Statistik die im Update (leider) gar nicht erwähnt wurde. Hier wäre einen vorsichtigeren Umgang mit Statistiken noch zu wünschen.

Teil 2 des Updates: Scottish Fold Katzen schon seit 100 Jahren?!

Im zweiten Teil werde ich verteufelt, gelobt und die Geschichte der Katzenrasse Scottish Fold wird neu geschrieben:

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Der rote Teilsatz, bei dem ich zum Kauf beim Züchter rate, erscheint tatsächlich sehr unverständlich zu sein, da man den Zusammenhang nicht zum Lesen bekommen hat, nämlich dass weniger Folds vom Züchter krank sind als die vom Vermehrer.

Ich möchte zusätzlich hier noch klarstellen: Es ist nicht so, als ob ich jedem zum Kauf einer Faltohrkatze beim Züchter rate, sondern nur diejenigen, die sich für eine solche Rassenkatze bereits entschieden haben und gerade dabei sind, eine im Internet zu suchen. Dies tue ich, in der Hoffnung, dass sie kein Kitten beim Vermehrer kaufen, die deutlich schlechtere Chancen hat, gesund aufzuwachsen, ob wegen OCD oder anderer Erbkrankheiten. Es ist mir sogar ein sehr wichtiges Anliegen, dass Menschen vor dem Kauf über die Gesundheitsrisiken dieser Rasse besser informiert sind. So können sie eine fundierte Entscheidung treffen, ob es wirklich eine Scottish Fold Katze sein muss, ohne dass ich die Leute in Angst und Schrecken versetzen will.

Der nächste Satz hat leider keine Quellenangaben und ich frage mich, wie es möglich ist, dass Züchter schon seit „etwa 100 Jahren“ versuchen, OCD unter Kontrolle zu bekommen. Die erste Faltohrkatze, die weiter gezüchtet wurde, hieß Susie und sie wurde nämlich erst 1961 in Schottland entdeckt. Die Rasse gibt es erst seit 1966, also seit ca. 60 Jahren vor der heutigen Zeit, also vor Januar 2020 (Quelle ansehen). Es gibt zwar Berichte von faltohrigen Wildkatzen in China, die schon im 19. Jahrhundert gelebt haben sollen, aber diese wurden nie domestiziert bzw. gezüchtet. Alle Internet-Quellen, die ich finden konnte, schreiben, dass es die Rasse erst seit den 1960er Jahren gibt. Selbst bei WIkipedia, obwohl dieser Autor die Geschichte von Susie offensichtlich nicht kennt:

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Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Schottische_Faltohrkatze

Dazu kommt, dass die Genmutation TRPV4 erst 2016 isoliert wurde (Quelle ansehen). Vor diesem Zeitpunkt war es noch gar nicht möglich, zu testen, ob eine Zuchtkatze wirklich genetisch gesehen eine Scottish Straight sei – bzw. keine Kopien der TRPV4 bzw. „Fold-Gen“ (Fd) hat – erst seit gerade mal 4 Jahren.

Obwohl der Text des Updates nur ungefähr eine halbe A4 Seite lang ist, finden wir mehrere Stellen, wo die Informationen entweder lückenhaft, irreführend oder nachweislich falsch sind. Man sollte dabei bedenken, dass die drei Kapitel über Scottish Folds und Straights auf der Katzengenetik.com Website über 200 A4 Seiten betragen, inkl. Bilder. Ihr könnt wahrscheinlich jetzt besser verstehen, warum ich es zurzeit nicht vorhabe, die ganze Webseite auf Fehler zu prüfen.

Im nächsten Satz nennt mich Frau Kuhlmey intelligent, was sehr schmeichelhaft ist, und beschreibt meine Website sogar als „sehr lesenswert.“ 🤭 Werte Frau Kuhlmey, ich habe zu danken! Aber nach dem folgenden Teil des Updates glaube ich nicht, dass wir jemals Freunde werden. 💔

Teil 3: Eine bitterböse Unterstellung

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😱 😱 😱 !

Am besten lest ihr den unveränderten Wortlaut meiner „Drohung“ selbst, um ein eigenes Bild hiervon zu machen:

Da ich es für wichtig halte, dass diese Infos über Jahre hinweg online bleiben, habe ich mich entschieden, freiwillige Spenden für den Unterhalt der Website anzunehmen. Aber nachdem ich die Gebühren für zwei Jahre im Voraus gesammelt habe (etwa €36), alles drüber wird an eine Tierschutzorganisation für Katzen gespendet.

Quelle: http://scottish-fold-kittens.info/de/spenden/ (unverändert)

Das ist mir nun ja wirklich sehr unangenehm, wenn es auf der Katzengenetik.com-Webseite so rüberkommt, als würde ich Geld von meinen Lesern erpressen wollen. Das grenzt an Rufmord! Seitdem ich am 12.01.2020 hiervon erfahren habe, habe ich die Notwendigkeit gesehen, folgende Klarstellung auf meiner Seite dazu zu nehmen:

Klarstellung vom 12.01.2020: Böse Zungen behaupten, ich würde mit den obigen Absätzen drohen, die Webseite abzuschalten, falls keine Spenden gesammelt werden. Ich möchte euch allen hiermit versichern, dass falls keine Spenden zusammenkommen, bin ich bereit, die Seite allein zu finanzieren – sie ist auch nicht besonders teuer. Ich hätte lediglich ein schlechtes Gewissen, falls ich dadurch weniger für meine Lieblings-Tierschutzorganisation übrig hätte und wollte gerne hiermit dieses Geld kompensieren.

Also falls ihr lieber direkt an den Fellnasen e.V. spenden möchtet (die Email-Adresse für PayPal ist fellnasen.e.v@gmx.de; Mitteilung sfk.info Klinik), schickt mir gerne einen Screenshot von jeder Spende von €5 oder mehr und ich werde deinen Namen in die Liste der SpenderInnen als Dankeschön aufnehmen. 😺

Aber ihr dürft natürlich weiterhin die Seite nach wie vor kostenlos lesen. Ich bitte darum! 🖤

Wegen der Behauptungen im Update zusammen mit einer Klarstellung auf meiner eigenen Webseite werden nun manche Leser von beiden Webseiten eine Fragezeichen haben, ob meine Webseite, im Gegensatz zu der Webseite von Frau Kuhlmey, gewinnorientiert wäre. Dies ist sie natürlich nicht! Aber anstatt zum Anwalt zu rennen und Frau Kuhlmey ermahnen zu lassen, möchte ich stattdessen, dass ihr Text dort unverändert stehen bleibt, damit jeder nachsehen kann, genau zu welchen Mitteln Frau Kuhlmey bereit zu greifen ist, um ihre vermeintlichen Gegner auszuschalten.

Aber falls das Update irgendwann doch von der Katzengenetik-Webseite verschwinden sollte, findet ihr eine Reihe von Screenshots auf dieser Seite hier, weiter unten.

Fazit

Nach meiner Analyse des „Updates 10/01/2020 – In Bezug auf fehlende Statistik“ komme ich zum Schluss, dass die Kritik von Frau Kuhlmey – insbesondere, was der Spendenaufruf auf meiner Webseite angeht – nicht zutrifft. Ich habe auch mehrere Anhaltspunkte hierfür gefunden, dass der Inhalt weder ausgewogen noch immer faktisch korrekt dargestellt wird und würde deshalb jedem Leser den Rat geben wollen, diesen Text mit einem kritischen Blick zu betrachten.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.



Nachtrag vom 17.01.2020:

Jedes Mal, dass ich bei der Katzengenetik-Webseite nachschaue, ist das Update überarbeitet worden – drei Mal seit dem 12.01.2020 schon. Langsam muss ich zugeben, dass darauf zu antworten eine Sisyphusarbeit ist. Ich bin ja arbeitstätig und ich recherchiere und schreibe für die sfk.info Webseite in meiner Freizeit. Es gibt sehr viele andere Themen, die ich noch behandeln will, als immer nur auf die Katzengenetik-Seite zu antworten. Ich habe nun mehrere Tage darin gesteckt und finde: das reicht auch. Ich werde die neuesten Ergänzungen von Frau Kuhlmey noch besprechen und danach werde ich es erstmals dabei belassen.

Nachtrag vom 17.01.2020 Teil 1: Eine Facebook-Umfrage ist keine Studie

Frau Kuhlmey scheint die Maßstäbe einer wissenschaftlichen Studie für meine Facebook-Umfrage anwenden zu wollen:

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Schon der erste Satz wirft Rätseln auf: Die „Statistik“ war ja eine informelle Facebook Umfrage, keine wissenschaftliche Studie. Wie ich bei dem Ergebnis erklärt habe, wäre es nicht möglich gewesen, nach noch zusätzlichen Infos zu fragen: dies hätte ganz klar den (zugegeben sehr einfachen) Rahmen gesprengt. Das Ergebnis der Umfrage

Und selbst wenn ich hätte danach fragen können, haben die wenigsten Halter ihre Katzen schon testen lassen, so dass ich am Ende anstatt Antworten zu 349 Faltohrkatzen gesammelt hätte, hätte ich in aller Wahrscheinlichkeit weniger als 10 Antworten gehabt.

Nachtrag Teil 2: Lügen haben kurze Bäume

In diesem Teil verrät uns Frau Kuhlmey ihre extrem kritische Haltung zu Züchtern und Stammbäumen.

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Die mittleren zwei Absätze widersprechen sich: Zuerst wird ein Stammbaum als „Lügenbaum“ bezeichnet. Man bekommt den Eindruck, dass er völlig wertlos sein müsste. Aber direkt im nächsten Absatz schreibt Frau Kuhlmey, dass es unwahrscheinlicher ist, homozygote Tiere in der Gruppe Faltohrkatzen mit Stammbaum zu haben als in der Gruppe Faltohrkatzen ohne Stammbaum.

Genau meine Rede!!!

Dies liegt daran, dass ein Vereinszüchter durch den Stammbaum etwas über die vorangegangenen 3-5 Generationen seiner Zuchtkatzen weiß, selbst wenn er die Katzen von einer anderen Cattery hat. Durch den Stammbaum hat er zusätzliche Sicherheit, dass keine Fold zu Fold Verpaarungen stattfinden bzw. stattgefunden haben. Ein Vermehrer kann all dies nicht wissen, da er keine Stammbäume für seine Tiere hat, und wird tatsächlich mehr homozygote Tiere produzieren. Der Stammbaum ist aus diesem Grund nicht nur wertvoll, sondern bei der Zucht von Scottish Folds unerlässlich.

Um genau dies zu vermeiden, gehe ich ein Schritt weiter und empfehle, dass alle Stehohr-Zuchtkatzen (Scottish Straight) einen Gentest bekommen sollten, um 100%-ig auszuschließen, dass homozygote Folds produziert werden könnten. Es ist gut möglich, dass der Grund warum manche Linien gesünder sind, ist weil sie keine Fold zu Fold Verpaarungen enthalten, oder diese liegen zumindest länger zurück.

Nachtrag Teil 3: Mehr Forschung über Scottish Fold Katzen wird benötigt

Schon wieder ein Satz, den wir beide unterschreiben könnten. Ich rufe auf dieser Seite zu mehr Studien über Scottish Fold Katzen auf, ob die Art der Zucht eine Auswirkung auf die Gesundheit hat. Frau Kuhlmey hat jedoch ein anderes Anliegen:

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Im diesem Satz stellt Frau Kuhlmey die Frage, ob homozygote Faltohrkatzen heftiger und früher als heterozygote erkranken. Dass dies interessant zu wissen sei. Aber DAS wissen wir ja schon. Und die Antworten sind: Ja und ja.

Mehrere Studien haben es schon bestätigt:

Bei heterozygoten Katzen zeigten die radiologischen Nachuntersuchungen, dass die Knochenneubildung im Vergleich zu homozygoten Katzen weniger weit verbreitet und von solitärem Charakter ist. Die Autoren sind der Meinung, dass das Verfahren zur Entfernung der Knochenneubildung bei heterozygoten Katzen im Vergleich zu homozygoten Katzen bessere Ergebnisse liefert.

– Didar Aydin und Kollegen, Istanbul Universität, 2012: Quelle ansehen

Katzen, die homozygot für das Gen sind (Fold-zu-Fold-Verpaarungen), entwickelten schon früh in ihrem Leben progressive Skelettveränderungen, einschließlich epiphysäre und metaphysäre Deformationen, sekundäre Osteoarthritis und übermäßige Exostose an den distalen Extremitäten, im Vergleich zu heterozygoten Katzen mit viel milderen Gelenkerkrankungen im späteren Leben[4,5,6,7].

– Jinhwa Chang und Kollegen. College of Veterinary Medicine, Seoul National Universität, 2007: Quelle ansehen

Diese Studie verweist auf die folgenden vier Quellen allein für diesen Absatz:

  • [4] Hubler M, Volkert M, Kaser-Hotz B, Arnold S. Palliative irradiation of Scottish Fold osteochondrodysplasia. Vet Radiol Ultrasound. 2004;45:582–585. [PubMed
  • [5] Jack OF. Congenital bone lesions in cats with folded-ears. Bull Fel Advis Bur. 1975;14:2–4. [Google Scholar]
  • [6] Malik R, Allan GS, Howlett CR, Thompson DE, James G, McWhirter C, Kendall K. Osteochondrodysplasia in Scottish Fold cats. Aust Vet J. 1999;77:85–92. [PubMed]
  • [7] Mathews KG, Koblik PD, Knoeckel MJ, Pool RR, Fyfe JC. Resolution of lameness associated with Scottish Fold osteodystrophy following bilateral ostectomies and pantarsal arthrodeses: a case report. J Am Anim Hosp Assoc. 1995;31:280–288. [PubMed

Es wurde jedoch festgestellt, dass in einigen Folds, in denen zunächst keine radiographischen Zeichen vorhanden sind, später im Leben Probleme auftreten können,[1] und dass Heterozygote eine Skeletterkrankung entwickeln können, die viel milder ist als beobachtet bei homozygoten Folds.[4]

– R. Malik und Kollegen, Universität von Sydney, Quelle anzeigen

Hier verweist das Forscher-Team auf zwei weitere Fachbücher:

  • [1] Wastlhuber J. History of domestic cats and cat breeds. In: Pratt, editor. Feline husbandry diseases and management in the multi-cat environment. American Veterinary Publications, Goleta, 1991:12-14.
  • [4] Robinson R, Pedersen NC. Normal genetics, genetic disorders, developmental anomalies and breeding programmes. In: Pratt, editor. Feline husbandry diseases and management in the multicat environment. American Veterinary Publications, Goleta, 1991:75-76.

Mindestens sechs verschiedene wissenschaftliche Studien zwischen 1976 – 2012 kommen zum Ergebnis, dass homozygote Katzen heftiger und früher an OCD erkranken als heterozygote, aber diese reichen Frau Kuhlmey als Beweise nicht aus. Man könnte denken, sie kennt diese Studien vielleicht nicht, aber sie zitiert die obigen Studien von Aydin, Chang und Malik auf ihrer Webseite selbst, und zwar auf der Seite: katzengenetik.com/faltohrkatzen-scottish-fold-co/

Es gibt es einen Punkt, an dem man sagen muss, dass jemand nicht zu überzeugen ist, egal wie viele Studien etwas belegen. Beispielsweise gibt es auch Menschen, die bis heute glauben, dass die Erde trotz naturwissenschaftlicher Gegenbeweise flach ist: Quelle anzeigen
Was kann man sonst noch tun? 🤔

Nachtrag Teil 4: Vorwürfe über mich verschärft

Frau Kuhlmey hat die folgenden Absätze überarbeitet und dabei, die Vorwürfe zu meiner Position verschärft:

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Frau Kuhlmeys Änderungen vom 17.01.2020 in rot dargestellt

Die erste Änderung („nur einem einzigen Faltohr-Gen“) geht wieder zurück auf homozygot im Vergleich zu heterozygot. Ich streite es nicht ab, dass manche Faltohrkatzen mit OCD heterozygot sind. Allerdings verläuft die Krankheit milder und setzt später an, wie oben reichlich durch Studien belegt. Ich rege auf meiner Webseite an, dass weitere Studien gemacht werden sollten, ob die Krankheit beispielsweise durch die selektive Zucht noch länger und effektiver aufzuhalten wäre.

Bei dieser Version des Updates mache ich angeblich auch noch Werbung für Qualzucht. Falls es vorher nicht klar war, obwohl es mehrmals auf der Seite steht, beispielsweise hier in der 10-minütige Zusammenfassung: diese Webseite ist an zukünftige Käufer von Scottish Fold Kittens gerichtet, um sie zu informieren, damit sie bessere Entscheidungen treffen und gesündere Katzen kaufen. Die Checkliste soll ihnen dabei helfen.

Der Grund, warum ich hierfür argumentiere, ist es, dass wenn sie keine Kitten mehr beim Vermehrer kaufen würden, hätte dieser keinen Anreiz mehr, kranke Katzen in die Welt zu bringen. Im Artikel Sollten Scottish Fold Katzen verboten werden? empfehle ich u.a. dass die Zucht von Faltohrkatzen außerhalb eines anerkannten Vereins per Gesetz einzustellen. Im Gegensatz zum neuesten Vorwurf von Frau Kuhlmey versuche ich aktiv herauszufinden, ob und wie man Scottish Folds züchten kann, ohne dass dies zu einer Qualzucht wird. Also ziemlich das Gegenteil als Werbung für Qualzucht zu machen.

Fazit zum Nachtrag

Die neuesten Ergänzungen zum “Updates 10/01/2020 – In Bezug auf fehlende Statistik” (Stand: 17.01.2020) lassen noch gravierendere Missstände und Wissenslücken seitens der Autorin durchblicken. Und trotz alledem wird der Link zu Katzengenetik.com-Website regelmäßig in Facebook-Gruppen als das schlagende Argument geteilt, wenn das Gespräch um Scottish Folds geht. Die Vermutung liegt nah, dass dies eher an der Masse der völlig unstrukturierten Texten und Bildern von armseligen kranken Katzen liegt als an der Qualität der enthaltenen Argumente.

Wenn ein Thema kompliziert erscheint, so dass wir es ohne viel Aufwand gar nicht so richtig durchblicken können, müssen wir in unserer Suche nach vertrauenswürdigen Quellen extra vorsichtig sein. Das liegt daran, dass wir eventuell selbst nicht unterscheiden können, ob das Thema richtig und vollständig behandelt wird. Eine zuverlässige Quelle sollte ausgewogen und faktisch korrekt sein, eine realistische Menge an Beweisen akzeptieren und sie sollte nicht absichtlich einen falschen Eindruck entstehen lassen. Wenn ich mir allerdings das Update von Frau Kuhlmey anschaue, finde ich, dass leider keine der obigen Kriterien erfüllt werden, was auf eine vertrauenswürdige Informationsquelle deuten würde. Ich werde jedenfalls meine Information zu Scottish Fold Katzen weiterhin woanders suchen.


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Screenshots der Katzengenetik.com-Webseite vom 12.-17.01.2020:

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Screenshot der Katzengenetik.com-Webseite vom 12.01.2020

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Screenshot der Katzengenetik.com-Webseite vom 13.01.2020

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Screenshot der Katzengenetik.com-Webseite vom 14.01.2020

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Screenshot der Katzengenetik.com-Webseite vom 17.01.2020