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Hier ist zugegeben eine radikale Perspektive, wie das Problem der von Katzen überfüllten Tierheimen eingedämmt werden kann. Gleichzeitig erhoffe ich den Wert von Katzen für die Menschen zu erhöhen und hiermit hoffentlich auch die Art und Weise, wie sie behandelt werden, zu verbessern.

Ich habe viele Monate lang über dieses Thema nachgedacht, bevor ich endlich nun einen Blog-Beitrag darüber geschrieben habe. Ich weiß, meine Ansichten sind umstritten, aber meine Prämisse sind Folgende:

1.) Ich stimme absolut zu, dass die Tierheime zurzeit überfüllt sind und dass es eine gute und lohnende Sache ist, Katzen aus dem Tierschutz zu adoptieren. Dies sollte auf jeden Fall weiterhin gefördert werden.

2.) ABER ich glaube auch, dass nur ein sehr kleiner Prozentanteil der Katzen in Tierheimen reinrassig ist und dass die seriöse Zucht von Katzen nicht die Ursache ist oder gar einen Beitrag zu dem Problem darstellt.

3.) Für mich ist das Verbot von Züchtern, als ob die Leute sagen würden: „Keine geplanten Kinder mehr wegen all der ungeplanten Teenager-Schwangerschaften und Kinder in Not auf der ganzen Welt!“

Das ist so, als würde man die Verantwortlichen bestrafen (d.h. diejenigen, die die Gesundheit ihrer Zuchttiere testen lassen), anstatt die Ursache des Problems zu bekämpfen.

4.) Ich behaupte, dass die Ursache des Problems darin liegt, dass Menschen, die keine Züchter sind, ihre Tiere nicht kastrieren lassen.

Ich schlage vor, dass, wenn von allen Nichtzüchtern verlangt würde, ihre Tiere kastrieren zu lassen – einschließlich der reinrassigen, aber definitiv alle Mischlingstiere – dass dies bedeuten würde, dass generell weniger Tiere vorhanden wären und viel weniger in die Tierheime abgegeben würden. Wenn es über Jahre weniger Neuzugänge gäbe, könnten dann irgendwann die Tierschutz Organisationen ihre Anstrebungen auf Programme für das Fangen, Kastrieren und wieder Freilassen (Catch-Neuter-Release bzw. „CNR“) von Streunern und verwilderten Tieren konzentrieren. In ca. 15-20 Jahren könnte das Problem der überfüllten Tierheime gelöst werden, und fast keine Tiere wären ohne ein Zuhause und, noch viel wichtiger, es müssten keine gesunden Tiere mehr eingeschläfert werden.

5.) Ich will das alles nun nicht, weil ich etwas gegen Mischlingstiere habe oder denke, dass reinrassige Tiere ihnen überlegen sind, sondern weil die Menschen eher bereit sind, in die Gesundheit und Pflege von reinrassigen Tieren zu investieren. Vielleicht wären die Vereine in diesem Szenario offener, mehr Auskreuzungen und experimentelle Mischungen zuzulassen. Mir scheint es einfach, dass dies der beste Weg wäre, das aktuelle Problem von Tierüberbevölkerung zu bekämpfen. Ich glaube, dass Tiere besser behandelt werden würden, wenn das „Angebot“ begrenzt wäre: dass ihr Wert steigen würde. Und dass alle Tiere geschätzt werden und eine angemessene Fürsorge erhalten sollten, jedes Einzelne von ihnen.

6.) Es ist mir bewusst, dass es Probleme mit der Überzüchtung gibt, und man könnte argumentieren, dass Mischrassen gesünder sind. Ich glaube, dass wir gleichzeitig die Zuchtstandards anheben müssen und dass Merkmale, die die Lebensqualität eines Tieres beeinträchtigen, nicht erlaubt sein sollten (wie bspw. zu flache Gesichter bzw. die Brachyzephalie). Die Züchter müssten in diesem Szenario gut ausgebildet, sogar amtlich zugelassen werden, um Sachen wie Inzucht zu vermeiden. Aber ich bin eh nicht überzeugt, dass Mischlingstiere notwendigerweise gesünder sind als die Reinrassigen – da die gleichen Erbkrankheiten können weitergegeben werden und es ist noch weniger wahrscheinlich, dass sie entdeckt werden, es sei denn, ein Züchter testet gezielt nach diesen Krankheiten und sie durch die selektive Zucht ausschließt.


Das ist also meine Grundhypothese. Mir ist klar, dass sie ziemlich radikal und utopisch ist. Aber vielleicht könnte diese Vorgehensweise sogar funktionieren. Ich habe auch einige Ideen zur Erweiterung von CNR-Programmen (also das Fangen, Kastrieren und wieder Freilassen) durch chemische Kastration in Kombination mit Chipping, da dies von jedem freiwilligen Helfer von Tierschutzorganisationen für einen Bruchteil der Kosten einer traditionellen medizinischen Kastration direkt auf der Straße durchgeführt werden könnte.

Aber die Hauptsache ist, dass wir Wege finden müssen, um die Überbevölkerung der Tiere in den Griff zu bekommen, da diese viel unnötiges Leid verursacht. Bitte Teil des Gesprächs werden, indem du Feedback und Vorschläge in die Kommentare gibst.


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